Rasseportrait Mastiff

Erhabenheit und Wesensstärke  -der Titel des gleichnamigen Mastiffbuches von Joan Hahn trifft herausragende Charakteristika des britischen Nationalhundes, des Old English Mastiff, in nicht angelsächsischen Ländern einfach als "Mastiff" bezeichnet.

Der Mastiff gilt als eine der ältesten Hunderassen, die -abgesehen von ihrem Ursprungsland England- weltweit überaus selten ist.

Mastiffähnliche, grosse doggenartige wurden in der Antike als Kriegshunde und Schutzhunde eingesetzt, doch spätestens seit dem Mittelalter ausschliesslich als Schutz- und Begleithunde sowie als Jagdhunde des Feudaladels auf Grosswild.

Der moderne Mastiff ist ein gutmütiger, zuverlässiger Beschützer "seiner" Familie mit äusserst hoher Reizschwelle und grösster Toleranz gegenüber Mensch und Tier. Er wird wegen seiner sprichwörtlichen Gelassenheit (gentle gigant) in vielen Ländern, v.a. in den USA als Therapiehund hoch geschätzt. Er ist ausserordentlich personenbezogen und nimmt seine Beschützeraufgaben für alle Familienmitglieder wahr.

Natürlich ist gerade für einen solchen Hunderiesen eine konsequente Erziehung unerlässlich. Begleithundeprüfung, Fährtenarbeit, Wesenstests, Mobility usw. - der Mastiff nimmt's rassetypisch mit stoischer Gelassenheit! Der Mastiff ist, konsequent erzogen, ein eher unkomplizierter Hund, wenn auch manchmal etwas dickköpfig.
In fast allen Rasseportraits werden Superlative bemüht, welche angeblich nur diese Rasse besitzt: den höchsten Adel, die grösste Führigkeit, die optimale jagdliche Eignung etc. Die Superlative in einem Mastiff, es treiben einen echt britische Sturheit zum Wahnsinn und liebt man Extremtouren oder Sprints mit dem Jagdgebrauchshund des Nachbarn über 110 cm - Hürden, dann gilt: Hände weg vom Mastiff !

Er ist der absolut falsche Hund für Leistungsfanatiker. Er schätzt es dagegen sehr, mit seinen Menschen ausgedehnte, durchaus sportliche, jedoch keine rekordverdächtigen Spaziergänge zu unternehmen. Viele Mastiffs lieben Wasser und sind gute Schwimmer. Als Brite zieht er selbst extreme Kälte grosser Hitze vor - der Riese ist ein Hund von robuster Gesundheit. Für Menschen, die sich einen physisch wenig anfälligen, psychisch eher sensiblen Familienhund mit pflegeleichtem, kurzem Haarkleid und melancholischem Faltenwurf im Gesicht sowie einem leichten Hang zum Versabbern der Haus- und Autoscheiben erträumen, ist der massige, blonde oder gestromte Brite mit den grossen Pfoten ein echter Traumhund!

(mit frdl.Genehmigung der Autorin Isolde Schmidt, CFM)